Sauna oder Infrarotkabine? Entscheidungshilfe vom Experten | Klimaworld

Sauna oder Infrarotkabine? Der große Vergleich 

Private Saunen werden stetig beliebter und eine entspannte Runde beim gesunden Schwitzen ohne fremde Mitsaunierer ist wahrlich der Inbegriff von Luxus. Bevor man es sich an seinem persönlichen Rückzugsort so richtig gut gehen lassen kann, müssen allerdings zahlreiche Entscheidungen getroffen werden. Eine davon ist die Wahl zwischen Sauna und Infrarotkabine. 

Was unterscheidet die beiden Optionen voneinander? Was haben sie möglicherweise gemeinsam? Wo liegen die jeweiligen Vor- und Nachteile und wie sieht es mit den zu erwartenden Kosten aus? Dieser Artikel liefert die Antworten auf alle diese Fragen und dazu weiterführende Informationen.  

> Sauna: Der ewige Klassiker 
> Infrarotkabine: Ein  Konkurrent für die Sauna 
> Sauna vs. Infrarotkabine: Die Vorteile der klassischen Sauna 
> Sauna vs. Infrarotkabine: Die Vorteile der Infrarotkabine 
> Die Nachteile von Sauna und Infrarotkabine 
> Sauna oder Infrarotkabine: Die Kosten 

Sauna: Der ewige Klassiker 

In der Vergangenheit war die Frage „Sauna oder Infrarotkabine“ überflüssig. Die Sauna war das Nonplusultra. Der wiederholte Wechsel zwischen heiß und kalt wirkt sich sehr positiv auf unseren Organismus aus Zumindest dann, wenn die Sauna regelmäßig besucht wird. Der Ablauf eines Saunaganges ist üblicherweise in diese drei Phasen unterteilt: 

  • Hitzephase: Diese erste Phase dauert meist zwischen 5 und 15 Minuten. Nachdem sich der Körper an die hohen Temperaturen gewöhnt hat, ist es Zeit für den Aufguss. Wasser wird auf die aufgeheizten Steine geschüttet, Dampf steigt auf und füllt die komplette Saunakabine aus. Wichtig ist dabei, unbedingt auf den eigenen Körper zu hören. Nicht die Uhr bestimmt, wann die Hitzephase zu Ende ist, sondern Ihr Wohlbefinden.
  • Abkühlungsphase: Springen Sie nicht sofort nach der Hitzephase unter die kalte Dusche. Der Temperaturunterschied wäre zu groß, die Belastung für den Organismus zu stark. Ideal ist etwas Bewegung an der frischen Luft. Das stärkt den Kreislauf und kühlt gleichzeitig die Atemwege. Erst danach sollten Sie unter die Dusche gehen. Das Wasser muss nicht eiskalt sein. Auch hier geht es darum, mit welcher Temperatur Sie sich wohl fühlen.
  • Ruhephase: Saunieren stellt unseren Körper vor Herausforderungen. Gönnen Sie ihm deshalb nach dem Saunagang etwas Ruhe, bevor Sie die nächste Runde starten. Eine Pause von 20-30 Minuten wäre ideal.

Infrarotkabine: Ein Konkurrent für die Sauna 

Der Ablauf eines Besuchs in der Infrarotkabine ähnelt dem eines Saunagangs in vielerlei Hinsicht. Auch hier gibt es unterschiedliche Phasen, die sich abwechseln.  

Die zentralen Punkte im Überblick: 

  • Vorheizen auf ca. 30-60 °C 
  • Lauwarm duschen 
  • Wärme für ca. 20-30 Minuten genießen 
  • Entspannung an der frischen Luft für 5-10 Minuten 
  • Lauwarm duschen 
  • Entspannung 
  • Regeneration 

Wie lange Sie in der Infrarotkabine bleiben sollten, hängt ganz von Ihrem Wohlbefinden ab. Fühlen Sie sich gut, können Sie die Wärme auch mehr als eine Stunde genießen. Achten Sie dabei aber darauf, dass Sie die Intensität der Bestrahlung herabsetzen. 

Generell richten sich die Empfehlung bezüglich Dauer und Häufigkeit vor allem nach der Art der verbauten Strahler: 

  • Karbon-Flächenstrahler: 1 Stunde, 7x pro Woche 
  • Magnesium-Strahler: 1 Stunde, 7x pro Woche 
  • Keramik-Strahler: 1 Stunde, 7x pro Woche 
  • Vollspektrum-Strahler: 30 Minuten, 3x pro Woche

Zwischenfazit 

 Was die Anwendung betrifft, unterscheiden sich Sauna und Infrarotkabine nicht grundlegend. Hitze- bzw. Wärmephasen werden von Abkühlungs- und Erholungsphasen abgelöst, bevor der ganze Kreislauf wieder von vorne beginnen kann. 

Sauna vs. Infrarotkabine: Die Vorteile der klassischen Sauna 

Dass regelmäßiges Saunieren zahlreiche positive Effekte auf unseren Organismus hat, ist unbestritten. Die wichtigsten  davon sind folgende: 

  • Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems:  Durch die erhöhten Temperaturen wird das Herz angeregt, bis zu dreimal mehr Blut durch unsere Adern zu pumpen, um die Körpertemperatur zu regulieren. Ein Saunagang kann somit als eine Art Training für unseren Kreislauf betrachtet werden. Gezielte Abkühlung verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
  • Abtransport von Giftstoffen: Die Hitze weitet unsere Blutgefäße und unsere Schleimhäute, dadurch werden Abfallstoffe leichter ausgeschwitzt. Der Körper kann sich selbst einfacher reinigen.
  • Verbesserung des Hautbildes: Saunieren trägt durch die Öffnung der Poren ebenso zur allgemeinen Verbesserung des Hautbildes bei. Menschen, die unter Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Nesselfieber oder Neurodermitis leiden, profitieren besonders davon.
  • Stärkung des Immunsystems: Durch die regelmäßigen Temperaturwechsel wird unser Kreislauf zu erhöhter Aktivität animiert. Dazu zählt auch die Stärkung unserer Abwehrkräfte. Das Immunsystem wird dazu gebracht, mit der Zeit vermehrt Abwehrstoffe zu bilden.
  • Senkung des Blutdrucks: Regelmäßige Saunagänge verleihen unseren Blutgefäßen nach und nach mehr Flexibilität. Durch die Hitze dehnen sie sich aus, durch die Abkühlung ziehen sie sich wieder zusammen. Aber Achtung: Wer bereits an Bluthochdruck leidet, sollte unbedingt vorher mit einem Arzt über seine Sauna-Pläne sprechen.
  • Stärkung der Atemwege: Die feuchte Hitze tut unseren Atemwegen gut, das Atmen fällt uns leichter. Die Schleimhäute reagieren ebenfalls positiv, die Durchblutung wird angeregt. Das beugt vielen Atemwegserkrankungen vor oder mildert ihre Auswirkungen ab. 

Mehr dazu erfahren Sie auch im Artikel “Ist Sauna gesund?”. 

Sauna vs. Infrarotkabine: Die Vorteile der Infrarotkabine 

Die Infrarotkabine weiß – wie auch die Sauna – in vielen Bereichen zu überzeugen. So stärken regelmäßige Besuche das Immunsystem, diverse Hautprobleme werden gelindert. Der große Unterschied zur Sauna ist, dass die Infrarotwärme durch die Infrarotstrahlen tief in die Haut eindringt und dort ihre Wirkung entfaltet. Die Wärme der klassischen Sauna tut das nicht in diesem Ausmaß. 

Aufgrund dieser Charakteristik kommt die Infrarotsauna mit deutlich niedrigeren Temperaturen aus als die Sauna. Und genau hier hat sie ihre Vorteile: 

  • Entspannende Wirkung: Die Tiefenwärme der Infrarotkabine lindert effektiv Rückenschmerzen, Verspannungen und Muskelkater. Zudem schafft sie bei schmerzenden Gelenken Abhilfe.
  • Für Jung und Alt: Die Bedingungen in einer Infrarotkabine sind deutlich moderater als in einer (üblicherweise heißen) Sauna. Der Besuch ist deshalb leichter verträglich, was die Infrarotkabine auch für ältere Menschen und kleine Kinder zu einer guten Option macht. Der Kreislauf wird weniger stark belastet.
  • Wie die Sonne: Unser Sonnenlicht besteht zu einem bestimmten Teil aus Infrarotstrahlung – die auch von den Strahlern einer entsprechenden Kabine ausgesendet wird. Während eines Besuchs kommt es zur vermehrten Ausschüttung von Glückshormonen.
  • Schwitzen von innen: Während eines Saunaganges schwitzen wir üblicherweise von außen nach innen. In der Infrarotkabine ist es umgekehrt. Dank der Tiefenwirkung der Strahlung schwitzen wir von innen nach außen, was den Abtransport von Giftstoffen aus unserem Körper erleichtert.
  • Haushaltsstrom reicht aus: Viele Heimsaunas benötigen für den Betrieb Starkstrom. Deshalb werden oftmals umfassende Umbauarbeiten nötig. Bei der Infrarotkabine ist das nicht der Fall. Die funktioniert mit normalem Haushaltsstrom aus der 220-V-Steckdose. Dadurch ist der Verbrauch niedriger und die Stromrechnung schnellt nicht in unangenehme Höhen.
  • Überall aufstellbar: In einer Sauna kommt es immer zu starker Dampfentwicklung. Die enthaltene Feuchtigkeit muss aber irgendwo hin abgeleitet werden. Bei einer Infrarotkabine ist das nicht nötig. Die Kabine kann also deutlich flexibler aufgestellt werden als eine klassische Dampfsauna. 

Zwischenfazit:  

Die Wärmeentwicklung bringt sowohl bei der Sauna als auch bei der Infrarotkabine eine Menge an Vorteilen mit sich. Viele Punkte treffen auf beide Optionen zu. Die Infrarotkabine hat dank des quasi frei wählbaren Aufstellungsortes aber einen leichten Vorteil. Die Sauna ist dank der für sie klassischen Dampfentwicklung besser für die Linderung von Atem- und Hautproblemen geeignet. 

Die Nachteile von Sauna und Infrarotkabine 

Trotz der vielen Vorzüge, die Saunas und Infrarotkabinen besitzen, muss es zwangsweise auch Eigenschaften geben, die weniger positiv sind. 

Die Nachteile einer Sauna: 

  • Hohe Temperaturen, hohe Belastungen: In der Sauna herrschen oftmals Temperaturen um die 80/90 °C. Nicht jeder Organismus ist für diese Belastungen geschaffen. Kleine Kinder und ältere Menschen könnten Probleme bekommen. Das gilt ebenso für Menschen, die unter einer der folgenden Krankheiten leiden: 
    • Rheuma (im entzündungsfreien Intervall ist ein Besuch möglich) 
    • Asthma 
    • Entzündungen der inneren Organe und der Blutgefäße 
    • Nierenprobleme 
    • Herzkrankheit/Herzschwäche 
    • Grippaler Infekt 
    • Bluthochdruck 
    • Schwindel 
  • Feuchtigkeit: In der Sauna entsteht zwangsläufig Dampf. Die darin enthaltene Feuchtigkeit muss abtransportiert werden, was speziell bei einem nachträglichen Einbau aufwändige Erweiterungen notwendig macht. 

Die Nachteile einer Infrarotkabine: 

  • Empfindliche Netzhaut: Die Netzhaut unserer Augen reagiert sehr empfindlich auf Infrarot-A-Strahlung. In den meisten Kabinen finden sich allerdings nur Komponenten, die B- und C-Strahlung emittieren. Sollte Ihre Kabine aber über einen sogenannten Vollspektrumstrahler verfügen, ist es ratsam, eine entsprechende Schutzbrille zu tragen.
  • Schmerzhafte Verbrennungen: Wer bestimmte Strahlertypen (Tiefen- und Punktstrahler mit IR-A-Strahlung) zu lange einsetzt, riskiert Verbrennungen der Haut. Bei normalem Gebrauch müssen Sie sich aber überhaupt keine Sorgen machen.
  • Weniger Schweiß/weniger Rituale: Während der Körper in einer Sauna mit starker Schweißbildung auf den Dampf und die Temperaturen reagiert, sind die Auswirkungen in der Infrarotsauna nicht so massiv. Wer also gerne schwitzt, wird hier eventuell enttäuscht werden. Während ein Saunabesuch aus mehreren Durchgängen besteht, ist in der Infrarotkabine meist schon nach einem Durchlauf Schluss. Weniger Gelegenheiten also, lieb gewonnene Rituale zu pflegen. 

Obwohl die Infrarotkabine in der Regel eine sehr sanfte Wärme verspricht, ist ein Besuch nicht für alle Menschen geeignet. Wer an einer der folgenden Krankheiten leidet, sollte sich den Gang in die Kabine besser sparen: 

  • Herzschwäche/Herzrhythmusstörungen 
  • (hoch)akute fieberhafte Krankheiten 
  • Epilepsie 
  • Multiple Sklerose 
  • Schwere Krampfadern 
  • Frisch operierte Patienten 

Sauna oder Infrarotkabine: Die Kosten 

An dieser Stelle exakte Angaben zu den erwartbaren Kosten für eine Sauna- oder eine Infrarotkabine zu machen, ist schlicht und einfach nicht möglich. Der finale Preis hängt von zu vielen Faktoren ab 

Dazu zählen unter anderem: 

  • Kabinengröße 
  • Integrierte Extras (Soundsysteme, Beleuchtung für Farbtherapie etc.) 
  • Strahlerart und Strahleranzahl (Infrarotkabine) 
  • Sitzbänke oder Liegen? 
  • Aufstellort (Innen-/Outdoorsauna) 
  • Form (Fass-/Iglusana)

Die Basisausführung einer Ein-Personen-Infrarotkabine ist aktuell bereits ab ca. 700 Euro erhältlich. Nach oben sind gefühlt keine Grenzen gesetzt. Da können nach Bedarf und Extras auch schon mal mehrere tausend Euro zusammenkommen. 

Saunabausaätze sind ab etwas mehr als 1.000 Euro zu haben. Wie bei der Infrarotkabine kann der Preis aber sehr schnell sehr weit nach oben schießen. 

In beiden Fällen können Sie Kosten einsparen, wenn Sie stellenweise selbst Hand anlegen. Aber Vorsicht: Bestimmte Dinge müssen von einem Fachmann erledigt werden, zum Beispiel der Anschluss eines Sauna-Elektroofens an die Starkstromleitung. 

Sauna oder Infrarotkabine? Eine persönliche Entscheidung 

Die grundlegende Frage, ob nun eine Sauna oder eine Infrarotkabine besser für Sie geeignet ist, kann dieser Artikel nicht endgültig beantworten. Ein kleiner Anhaltspunkt dennoch: Während in der Sauna vergleichsweise hohe Temperaturen und somit hohe Belastungen auf unseren Organismus warten, ist die Infrarotkabine die deutlich sanfteren Variante. Wer es also etwas gemütlicher angehen möchte, der sollte sich in Richtung Infrarot umsehen. Wer gerne mehr Power hätte, der wird eher in einer Sauna glücklich. Ein Saunabesuch in einer öffentlichen Sauna, beispielsweise in einer Therme oder Einrichtungen mit einer Sauna, könnte die Frage klären, was Sie bevorzugen. 

↑Zum Seitenanfang