Sauna bei Erkältung – OK oder No-Go? | Klimaworld

Sauna bei Erkältung: Gute oder schlechte Idee? 

Saunabesuche haben unzählige positive Auswirkungen auf unseren Organismus, vor allem wenn man sie regelmäßig macht. Das ist allgemein bekannt. Mit einer Erkältung sollte man das Schwitzen aber lieber bleiben lassen, zumindest in der weitverbreiteten Ansicht. Aber: Stimmt das überhaupt? Ist ein Saunabesuch bei Erkältung vielleicht doch OK oder tatsächlich ein No-Go? Dieser vermeintliche Myhthos wird in folgendem Blogbeitrag auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft und die wichtigsten Informationen für Sie in kompakter Form zusammengefasst. 

> Warum ist die Sauna gut für unseren Körper? 
> Warum sollte man die Sauna bei Erkältung vermeiden? 
> Wann ist Sauna bei Erkältung noch OK? 
> Wann kann man nach einer Erkältung wieder in die Sauna?
> Welche Sauna-Art eignet sich bei bzw. nach einer Erkältung? 

Warum ist die Sauna gut für unseren Körper? 

Ein Besuch in der Sauna wirkt sich auf zahlreiche unterschiedliche Arten und Weisen positiv auf unseren Organismus aus.  

Die wichtigsten Vorteile im Überblick: 

  • Herz-Kreislauf-Training: Die hohen Temperaturen bringen unser Herz dazu, schneller zu schlagen und mehr Blut zu pumpen. Das Organ wird gestärkt und meistert größere Belastungen. Die gezielte Abkühlung nach dem Schwitzen verstärkt diesen Effekt.
  • Reinigungsprozess: Unser Körper scheidet durch Schwitzen viele Giftstoffe aus. Die Hitze erleichtert den Schleimhäuten die dafür nötige Arbeit.
  • Haut-Kur: Die feuchte Hitze in der Sauna öffnet unsere Poren und steigert die Durchblutung. Dadurch wird die Versorgung der Hautzellen mit Nährstoffen optimiert, die Regenerationsfähigkeit steigt.
  • Immunsystem-Boost: Hitze unterstützt die Aktivität einiger Immunzellen (z. B. Monozyten) und regt zudem die Produktion von Immun-Abwehrstoffen an (z. B. Interferongamma). Temperaturen zwischen 55 und 65 °C (für 15-30 Minuten) deaktivieren zudem zahlreiche Viren. Dazu kommt, dass Stress unser Immunsystem schwächt. Wer sich also in der Sauna entspannt, der tut nicht nur dem Organismus selbst etwas Gutes, sondern sorgt außerdem dafür, dass unser Immunsystem auf Hochtouren arbeiten kann, ohne von Stress und Dauersorgen beeinträchtigt zu werden. 
  • Blutdrucksenker: Hohe Temperaturen weiten unsere Gefäße, der Blutdruck sinkt. Eine rasche Abkühlung lässt sie sich wieder zusammenziehen. Durch oftmalige Wiederholung dieses Vorganges erhöht sich die Gefäß-Flexibilität.
  • Erleichterte Atmung: Schleimhäute reagieren positiv auf höhere Temperaturen und erhöhte Luftfeuchtigkeit in der Sauna, der Lungentrakt wird besser durchblutet.
  • Angekurbelter Stoffwechsel: Durch das Wechselspiel aus heiß und kalt erfährt unser Stoffwechsel einen Boom. Indirekt hilft Saunieren also auch beim Abnehmen. 

Hilft Saunieren wirklich beim Abnehmen? 

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, das Schwitzen und der angekurbelte Stoffwechsel würde sich auch auf der Waage bemerkbar machen. Und tatsächlich kann man nach einem Besuch in der Sauna eine positive Veränderung sehen. Aber die Freude währt nur kurz beziehungsweise ist trügerisch. Denn die verschwundenen Pfunde sind lediglich das ausgeschwitzte Wasser aus unserem Körper.  
 
Ein Saunabesuch hilft aktiv also nicht beim Abnehmen, sondern unterstützt nur andere Methoden (Ernährungsplanung, sportliche Aktivitäten und Kalorien zählen). Bei einem wirklichen Plan zur Gewichtsabnahme sollte also nicht nur die Sauna berücksichtigt werden. 

Zu all diesen Vorteilen kommt noch das Ergebnis einer Studie der Universität von Ostfinnland. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass regelmäßiges Saunieren das Risiko eines plötzlichen Herztodes drastisch senkt. Der Saunabesuch verlängert betroffenen Personen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten also präventiv ihr Leben. 

Kann etwas, das sich in so vielen Bereichen so derart positiv auf unseren Körper auswirkt, tatsächlich auch Nachteile haben? Die Antwort ist leider: Ja. Ein Saunabesuch bei Erkältung ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen eine gute Idee und sollte beim Auftreten anderer Anzeichen unbedingt vermieden werden. 

Warum sollte man die Sauna bei Erkältung vermeiden? 

So positiv sich die Sauna und besonders der Wechsel zwischen heiß und kalt sich auf unseren Organismus auswirkt, bringt der Besuch in der Schwitz-Kabine eine Sache leider ebenfalls mit sich: Eine körperliche Belastung. 

Nun ist unser Körper im Fall einer Erkältung ohnehin bereits übermäßig stark gefordert. Das Immunsystem kämpft gegen die Eindringlinge, alles ist in Alarmbereitschaft. Unser Organismus steht unter Stress. Hier nochmals von außen durch den Wechsel zwischen Hitze und Abkühlung für zusätzliche Belastung zu sorgen, ist eine sehr schlechte Idee. 

Deshalb gilt: Wer krank ist, gehört ins Bett und nicht in die Sauna. Entgegen der landläufigen Meinung funktioniert es auch nicht, eine Erkältung oder einen anderen Infekt auszuschwitzen. Ganz im Gegenteil. Keime können sich bei höheren Temperaturen nämlich besser vermehren als im Normalbereich. Wer mit einem leichten Infekt in die Sauna geht, verstärkt diesen unter Umständen nochmals deutlich. 

Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn man bereits Fieber hat oder an starken Erkältungssymptomen leidet. Die Sauna ist in einer derartigen Verfassung absolut tabu! 

Wann ist Sauna bei Erkältung noch OK? 

Routinierte Saunageher, die seit Jahren Stammgast in der Schwitzkabine sind, reagieren anders auf die hohen Temperaturen als Saunaneulinge. Deshalb gelten für sie tatsächlich etwas andere Verhaltens-Tipps. Von klaren Regeln kann an dieser Stelle ohnehin nicht die Rede sein, weil jeder Mensch anders reagiert.  

Als grober Leitfaden können folgende fünf Empfehlungen dennoch hilfreich sein: 

  • Sind die Symptome sehr leicht und fühlen Sie sich ansonsten fit, können Sie durchaus einen (sanften) Saunabesuch einplanen. Leichtes Halskratzen, eine dezent verstopfte Nase oder ebenso leichter Husten sind an sich in Ordnung. Aber wie gesagt: Das Wohlbefinden darf nicht zu stark beeinträchtigt sein. Sollte sich Ihr Zustand in der Kabine verschlechtern+, dann sollten Sie den Saunabesuch sofort beenden!
  • Lieber einen Gang zurückschalten. Wer normalerweise hohe Temperaturen genießt, sollte es bei einer Erkältung langsamer angehen lassen. Temperaturen zwischen 45 ° und 60 °C sind das Maximum.
  • Besonders die abrupte Abkühlung nach den hohen Temperaturen stellt für unseren Körper eine immense Herausforderung dar. Deshalb ist diese im Fall einer leichten Erkältung absolut tabu! Eine lauwarme Dusche reicht ebenso aus.
  • Gönnen Sie sich nach dem Saunabesuch mit Erkältung eine lange Pause. Sie werden höchstwahrscheinlich stark nachschwitzen. Wickeln Sie sich deshalb gut in einen Bademantel oder eine Decke ein und erholen Sie sich.
  • Muten Sie Ihrem Körper maximal zwei Saunagänge zu. Gehen Sie keinesfalls ans Maximum, sondern lassen Sie es lieber etwas ruhiger angehen. Hören Sie auch auf Ihren Körper. Und ziehen Sie vielleicht eher Bettruhe als eine Sauna vor. 

Erkältet in die Sauna: Selbstschutz vs. Fremdschutz 

Der Saunagang bei Erkältung ist aus zwei Gründen problematisch. Erstens wird der ohnehin bereits durch die Verkühlung angegriffene Organismus noch mehr belastet. Und zweitens gehören Erkältungs- und Grippeviren zu Krankheiten, die ansteckend sind. Mit einem Besuch in der öffentlichen Sauna riskieren Sie, Ihre Erkältung an die Mitsaunierer weiterzugeben. Wer eine private Sauna sein Eigen nennt, muss sich darüber keine Gedanken machen. In eine öffentliche Sauna sollten Sie hingegen aus Rücksicht auf andere Menschen nicht gehen, solange Sie krank sind. 

Wann kann man nach einer Erkältung wieder in die Sauna? 

Der wichtigste Ratschlag in diesem Punkt lautet: Wenn Sie sich wieder fit fühlen, steht einer Wiederaufnahme der Saunabesuche eigentlich nichts mehr im Wege. 

Wer seinen Körper gut kennt, der weiß, was er ihm zumuten kann. Selbst wenn die klassischen Erkältungssymptome bereits abgeklungen sind, sind wir meist noch ein gutes Stück von unserer vollen Leistungsfähigkeit entfernt. Es dauert, bis unser Organismus wieder in Schwung gekommen ist und auch die letzten Nachwirkungen der Infektion verflogen sind. Warten Sie deshalb zur Sicherheit noch 2-3 Tage länger. 

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die Sauna-Rückkehr gibt es also nicht. Grundsätzlich sollte sich die Dauer der Pause aber nach der Schwere der Infektion richten. 

Welche Sauna-Art eignet sich bei bzw. nach einer Erkältung? 

Ideal ist nach bzw. während einer Erkältung ein eher sanfter Saunagang. Die extremen Temperaturen in einer finnischen Sauna beispielsweise sind alles andere als ideal. Optimal ist eine Kombination aus verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, aber dafür hoher Luftfeuchtigkeit. Hierfür eignen sich eine Kräutersauna oder ein Dampfbad. 

Ziel ist es, sich nach einer Erkältung langsam und Schritt für Schritt wieder an die Belastung bzw. die typischen Temperaturunterschiede zu gewöhnen. Deshalb ist es ratsam, auch nach einer vergleichsweise milden Sauna nicht sofort wieder ins eiskalte Becken zu springen oder sich entsprechend kalt abzuduschen. Lauwarm ist völlig ausreichend, und das Wasser reinigt den Körper gänzlich unabhängig von seiner Temperatur. 

Sauna bei Erkältung: Fazit 

Regelmäßige Saunabesuche sind eine hervorragende Erkältungs-Vorbeugung. Unser Körper profitiert auf so viele Arten davon, das Immunsystem wird resistenter. In der akuten Phase einer schweren Erkältung oder eines grippalen Infekts ist der Saunabesuch hingegen keine gute Idee. So entspannend das Schwitzen auch sein mag, stellt es trotz allem eine Belastung dar. Ein ohnehin bereits angeschlagener Organismus würde dadurch noch anfälliger werden. Wer eine aufziehende Erkältung „rausschwitzen“ möchte, erreicht oftmals das Gegenteil. Er wird dann erst so richtig krank. Wer sich also nicht gut fühlt, sollte die Sauna lieber meiden und eher das Bett hüten. Sind alle Symptome abgeklungen, ist eine Rückkehr in die Schwitz-Kammer jederzeit wieder möglich. Aber: Gehen Sie es langsam an und achten Sie auf Warnsignale Ihres Körpers! 

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