Alle Infos zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des BAFA: welche Heizungen, Voraussetzungen, Förderhöhe

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt Sie finanziell beim Austausch Ihrer Heizung gegen ein System mit erneuerbaren Energien – oder der Modernisierung mit Elementen zur Brennwertnutzung. So erhalten Sie etwa umfangreiche Förderung beim Umstieg von einer Ölheizung auf eine Pelletheizung oder der Modernisierung Ihres alten Heizkessels. Auch Heizungen mit Festbrennstoffkessel bzw. Holzvergaser werden gefördert. Mit dem 31.12.2020 ist das alte Förderprogramm ausgelaufen. Das Programm „Heizen mit Erneuerbaren Energien“ ist in der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“, kurz: BEG aufgegangen. In diesem Artikel erfahren Sie kurz und knapp, was sich mit dieser Umstellung für Antragsteller geändert hat und was es zu beachten gilt. Zudem hilft Ihnen das Team von Klimaworld.com bei Fragen oder beim Ausfüllen des BAFA-Antrags. Kontaktieren Sie uns gerne unter info@klimaworld.com oder 036 01 - 40 89 22 300.

Zusammenfassung BEG-Förderung der BAFA

  • Gefördert wird der Umstieg auf erneuerbare Energien, z.B.: Pelletheizungen, Wärmepumpen, Biomasseanlagen, Kombikessel, EE-Hybridheizungen oder Solarsysteme, welche die technischen Voraussetzungen erfüllen (siehe unten).
  • Seit dem 1. Januar 2020 fördert das BAFA den Umstieg mit einer anteiligen Fördersumme und nicht mehr mit einem Festbetrag. Zum geförderten Betrag zählen auch Leistungen wie die Entsorgung der Altheizung, nötige Schornsteinsanierungen oder Wanddurchbrüche.
  • Die Förderung muss seit 2018 bereits vor Beginn der Maßnahmen beim BAFA beantragt werden. Zu den Maßnahmen zählen auch die Vergabe des Auftrages oder ein Vertragsabschluss mit dem Installateur.
  • Mindestwert Wärmeerzeuger: 2000 Euro. Mindestwert Heizungsoptimierung: 300 Euro.
ACHTUNG: Die Antragstellung für die Förderung MUSS vor dem Beginn jeglicher Maßnahmen erfolgen – also auch bereits vor der Bestellung bzw. dem Kauf der Produkte selbst

Was ist die BEG und wie ist sie aufgebaut?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude ist mit 1.1.2021 in Kraft getreten und fasst alle bisher bestehenden Förderprogramme für Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich zusammen. Somit sind unter anderem folgende Förderangebote ausgelaufen:

  • CO2-Gebäudesanierungsprogramm (energieeffizient Bauen und Sanieren)
  • Programm zur Heizungsoptimierung (HZO)
  • Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)
  • Marktanreizprogramm zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP)

Angesichts dieser unterschiedlichen Fördermöglichkeiten liegt das Ziel der neuen BEG mehr oder weniger klar auf der Hand. Es geht um Entwirrung. Um Vereinfachung und Erleichterungen für den Antragsteller.
Um schneller das zu finden, was gesucht wird, ist die BEG selbst in drei Sparten unterteilt. Dabei handelt es sich um die Bundesförderung für effiziente Gebäude:

  • Wohngebäude (BEG WG)
  • Nichtwohngebäude (BEG NWG)
  • Einzelmaßnahmen (BEG EM) 

Diese Sparten wiederum werden in folgende vier Unterkategorien unterteilt:

  • Wärmeerzeuger
  • Heizungsoptimierung
  • Gebäudehülle
  • Anlagentechnik 

Was wird von der BEG gefördert?

Um einen Überblick zu erhalten, welche baulichen Maßnahmen rund um Ihre Heizung unter die BEG-Förderung fallen, ist es hilfreich, die einzelnen Unterkategorien getrennt voneinander zu betrachten. Gefördert werden grundsätzlich die vier oben erwähnten Bereiche, von denen allerdings nur zwei etwas mit der Heizung zu tun haben. Für die Neuinstallation oder die Sanierung Ihrer Heizung sind lediglich die Unterkategorien Wärmeerzeuger und die Heizungsoptimierung relevant. Wir zeigen Ihnen, was in diesen Bereichen genau gefördert wird und wie hoch die Förderungen sind.
Grundsätzlich ist anzumerken: Mit dem Kauf der Anlage allein ist es natürlich noch nicht getan. Sie muss noch montiert, angeschlossen und eingestellt werden. Die BEG-Förderungen des BAFA umfassen deshalb auch nicht nur den Ankauf, sondern das Gesamtprojekt und die sogenannten förderfähigen Kosten. Die beinhalten alle Maßnahmen und Arbeiten, welche die fehlerfreie Ausführung, ordnungsgemäße Bedienung und Funktionstüchtigkeit Wärmeerzeugers / der Heizung gewährleisten: Muss zum Beispiel ein passender Heizraum geschaffen werden? Fallen Demontagearbeiten an? Muss ein neuer Schornstein errichtet werden?
Die förderfähigen Kosten der BEG können sich also aus folgenden Posten, Dienstleistungen oder Artikeln zusammensetzen:

  • Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers
  • Anschluss an ein Wärmenetz (öffentliches Netz & Gebäudenetz)
  • Installationskosten und Inbetriebnahme
  • Ausbau und Entsorgung der Altanlage inkl. ggf. Tanks
  • Optimierung des Heizungsverteilsystems (Anschaffung und Installation von Flächenheizkörpern, Verrohrung, Hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve etc.)
  • Wanddurchbrüche
  • Erdbohrungen für Sonden zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
  • Schornsteinsanierung
  • Kauf und Installation von Speichern bzw. Pufferspeichern
  • Ausgaben für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen
  • Kosten für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Heizung


Eine genaue Übersicht und detailliertere Auflistung der vom BAFA geförderten Kosten und Leistungen finden Sie auf dem „Infoblatt zu den förderfähigen Kosten“ auf der BAFA-Website.

Welche Wärmeerzeuger werden überhaupt BEG-gefördert?

Um überhaupt förderfähig zu sein, muss das nötige Investitionsvolumen einen Mindestwert übersteigen. Diese Grenze liegt bei 2.000 Euro (brutto). Gefördert werden…

  • Gas-Brennwertheizungen (aber Achtung: Diese müssen Renewable Ready sein! Das bedeutet, dass der Brennwertkessel für die zukünftige Einbindung erneuerbarer Energien geeignet ist.)
  • Gas-Hybridheizungen (Kombination aus Gasheizung und erneuerbarer Energie – Solarthermie, Wärmepumpe, Biomasse)
  • Biomasseheizungen (zur Verwendung kommen biologische, nachwachsende Brennstoffe – Holzpellets, Stroh, Getreide, Biodiesel, pflanzliches Treibgut etc.)
  • Wärmepumpen (wandelt Umweltwärme aus der Erde, der Luft oder dem Grundwasser in erneuerbare Energie und somit Heizwärme um)
  • Solarkollektoranlagen (können Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen sein. Bei der Solarthermie wird aus Sonnenenergie Wärme erzeugt, bei der Photovoltaik Strom)
  • Auf erneuerbaren Energien basierende, innovative Heiztechniken
  • EE-Hybridheizungen (EE = erneuerbare Energien; Kombination aus mehreren Wärmeerzeugern, die allesamt nachwachsende Energieträger nützen)
  • Gebäudenetze (bzw. der Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz)
  • Visualisierungsmaßnahmen des Ertrags von erneuerbaren Energien

NICHT gefördert werden hingegen folgende Dinge…

  • Eigenbauanlangen
  • Prototypen (Anlagen, von denen weniger als vier Exemplare in Betrieb gegangen sind bzw. betrieben wurden)
  • Gebrauchte Anlagen
  • Anlagen mit gebrauchten/gebraucht erworbenen Teilen
  • Energieerzeugungsanalgen, für welche eine andere Förderung in Anspruch genommen wird (Gesetz für Ausbau erneuerbarer Energien – EEG oder Gesetz für Erhaltung, Modernisierung und Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung – KWKG, KWKAusV). Von dieser Regelung ausgenommen sind allerdings Biomasseanlagen, die zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.

Welche Heizungsoptimierung erhält die BEG-Optimierung?

Auch bei einer Heizungsoptimierung gibt es ein Mindestvolumen, welches die Investitionen übersteigen müssen, damit ein Projekt überhaupt förderfähig ist. Die liegen in diesem Fall aber deutlich unter jenen des Heizungsbaus und betragen lediglich 300 Euro (brutto).


Gefördert wird…

  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage (inkl. Anpassung der Heizkurve)
  • Heizungspumpenaustausch
  • Adjustierung von Vorlauftemperatur und Pumpenleistung
  • Maßnahme zur Absenkung der Rücklauftemperatur in Gebäudenetzen (Achtung: Maßnahmen müssen dabei den Richtlinien entsprechen!)
  • Dämmung von Rohrleitungen
  • Montage von Flächenheizungen, Wärmespeichern und Niedertemperaturheizkörpern im Gebäude oder in der unmittelbaren Umgebung (Grundstück)
  • Technik zur Messung, Steuerung und Regelung


Achtung: Hydraulischer Abgleich als Grundvoraussetzung!
Um die Fördermöglichkeiten für Heizungsoptimierung in Anspruch nehmen zu können, ist es Pflicht, im Vorfeld einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlagen durchführen zu lassen. Ist das nicht möglich – beispielsweise aus technischen Gründen – gilt der Heizungscheck nach DIN EN 15378 als adäquate Alternative.

Wird im Rahmen der Einzelmaßnahmen eine energetische Fachplanung und Baubegleitung in Anspruch genommen, ist auch diese zu 50 % förderfähig.

Wie hoch ist die BEG-Förderung für Ihre Heizung?

Die Höhe der BEG-Förderungen hängt naturgemäß von der Art der auszuführenden Arbeiten bzw. vom Fördergegenstand selbst ab. Es macht an dieser Stelle also durchaus Sinn, sich die Fördersummen wieder anhand der BEG-Untergruppen anzusehen.

Förderhöhe Wärmeerzeuger

Für die oben angeführten Wärmeerzeuger gelten folgende Fördersätze:

  • Gas-Brennwertheizungen: 20 % (Voraussetzung: Sie müssen Renewable Ready sein!)
  • Gas-Hybridheizungen: 30 %
  • Solarthermieanlagen: 30 %
  • Wärmepumpen: 35 %
  • EE-Hybridheizungen (EE = erneuerbare Energien): 35 %
  • Biomasseanlagen: 35 % (Ist die Anlage besonders emissionsarm, steigt die Förderung um weitere 5 %)
  • Wärmeübergabestationen eines Netzes mit mindestens 25 % erneuerbaren Energien: 30 %
  • Wärmeübergabestationen eines Netzes mit mindestens 55 % erneuerbaren Energien: 35 %

Zusätzliche Förderung bei Ölkesseln und Sanierungsplan

Wer im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ berücksichtigt wurde und eine Sanierungsmaßnahme nach einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) durchführt, erhält zusätzlich 5 % BEG-Förderung.
Darüber hinaus hat das BAFA ein zusätzliches Anreizsystem geschaffen, um den Austausch einer Ölheizung gegen eine neue, nachhaltigere Heizung attraktiver zu machen. Gewährt wird ein Bonus von weiteren 10 %, wenn die Errichtung einer der folgenden Heizungen geplant ist:

  • Gas-Hybridheizung
  • EE-Hybridheizung
  • Wärmepumpe
  • Biomasseheizung
  • Wärmeübergabestationen eines Netzes mit mindestens 25 % oder 55 % erneuerbaren Energien

Damit erhalten Sie beim Austausch Ihres alten Ölkessels gegen eine Heizung auf Basis Erneuerbarer Energien einen Fördersatz von bis zu 45 %!
Weitere 5 % Förderungsbonus sind möglich, wenn die angedachte Sanierungsmaßnahmen Teil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP) ist, welcher im Rahmen des Programmes „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ gefördert wird.

So erhalten Sie besonders hohe Förderungen bis zu 55 %
Wird die Solarthermie-Anlage mit einem Wärmerzeuger kombiniert, der ebenfalls auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet, steigt der mögliche Förderbetrag. Die Koppelung mit einer Gas-Hybridheizung bringt 30 %. Ölkessel-Austausch und iSFP-Bonus erhöhen die Förderung auf bis zu 45 %. Mit Pelletkessel oder Wärmepumpe gibt es 35 %. Kommen dazu noch der Bonus für den Austausch eines alten Ölkessels und der bereits erwähnte iSFP-Bonus, beträgt der Fördersatz schnell einmal 50 %. Weitere 5 % gibt’s übrigens dann, wenn besonders emissionsarme Pelletkessel eingebaut werden. Das entspricht einer Förderung von stolzen 55 % der förderfähigen Kosten.

Achtung: Sowohl bei Heizungsinstallation als auch bei der Heizungsoptimierung bzw. bei den förderfähigen Ausgaben für energetische Sanierungsmaßnahmen von Wohngebäuden existiert maximaler Betrag durch den Förderdeckel: Der liegt bei 60.000 Euro je Wohneinheit

Förderhöhe BEG durch das BAFA
Was sind die technischen Voraussetzungen der jeweiligen Heizungen für die BEG-Förderung?

Je nachdem, welche Heizung und Energieträger Sie in Ihrer Immobilie nachrüsten oder im Neubau einbauen möchten, müssen die Heizungen bestimmte technische, ökologische und ökonomische Veraussetzungen erfüllen. Nur so ist die BEG-Förderung durch das BAFA möglich!

Voraussetzung Solarthermie für die BEG-Förderung

Wer eine Solarthermieanlage nachrüsten möchte, bekommt nicht wie bisher nur Förderungen für die Kollektoren selbst. Auch Speicher, Solarstation, Aufständerung und Regelung sind nun förderfähig. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings auch: In Neubauten gibt es keine Förderung mehr für Solarthermieanlagen. Alternativ wird ein sogenannter EE-Bonus gewährt, wenn der Neubau zu mindestens 55 % mit erneuerbaren Energien beheizt wird.
Grundsätzlich kann für die Solarthermie-Förderung zwischen einem Zuschuss und einem Kredit gewählt werden. Steht die Errichtung oder Erweiterung einer Solarkollektoranlage auf dem Programm, muss der jährliche Kollektorertrag mindestens 525 kWh/m² betragen. Für die Berechnung werden die Kollektorerträge des Solar Keymark Datenblattes verwendet. Darüber hinaus wird unterschieden:

BEG-Förderung: Solarthermie im Neubau:

  • Mindestens 20 m² Bruttokollektorfläche und das zum Kollektor passende Puffervolumen.
  • Bei Wohngebäuden: mindestens 3 Wohneinheiten nötig
  • Bei Nichtwohngebäuden: mindestens 500 m² beheizbare Nutzfläche nötig
  • Mischungen aus Wohn- und Nichtwohngebäuden möglichemissionsarme Scheitholzkessel mit Leistungs- und Feuerungsreglung UND Pufferspeicher mit mindestens 55 l/kW Speichervolumen.

Oder

  • Das Haus ist ein Solaraktivhaus, das anhand einer Simulationsberechnung einen solaren Deckungsgrad von mindestens 50 % aufweist.

BEG-Förderung: Solarthermie im Gebäudebestand:

  • Bruttokollektorfläche mindestens
    • Flachkollektoren: 9 m²
    • Luftkollektoren: keine Mindestfläche
      Vakuumröhrenkollektoren: 7 m²
  • Puffervolumen mindestens
    • Vakuumröhrenkollektoren: 50 Liter/m2 Kollektorfläche
    • Flachkollektoren: 40 Liter/m2 Kollektorfläche
    • Luftkollektoren: kein Pufferspeicher erforderlich

Voraussetzung für Wärmepumpen für die BEG Förderung

Generell wird der Neubau von Wärmepumpen sowie die Nachrüstung von bivalenten Systemen gefördert. „Bivalent“ heißt in dem Fall, dass zwei verschiedene Wärmeerzeuger verwendet werden: Die Systeme müssen überwiegend für die Raumheizung, der Raumheizung UND Warmwasserbereitung oder der Einspeisung in ein Wärmenetz dienen.

BEG-Förderung: Wärmepumpe im Gebäudebestand:

  • Ein Wärmemengenzähler muss vorhanden sein
  • Einbau Stromzähler (bei elektrischen Wärmepumpen)
  • Einbau Gaszähler (bei gasbetriebenen Wärmepumpen)
  • Einhaltung der Jahresarbeitszahl:
    • Sole-Wasser-Wärmepumpe & Wasser-Wasser-Wärmepumpe in Wohngebäuden: 3,8
    • Sole-Wasser-Wärmepumpe & Wasser-Wasser-Wärmepumpe in Nichtwohngebäuden: 4,0
    • Luft-Wasser-Wärmepumpen: 3,5
    • Gasbetriebene Wärmepumpen in Wohngebäuden: 1,25
    • Gasbetriebene Wärmepumpen in Nichtwohngebäuden: 1,3
    • Einbau eines Gaszählers (bei gasbetriebenen Wärmepumpen)
  • Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung:
    • Bohrfirma benötigt ein DVGW-Zertifikat
    • Verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden nötig

BEG-Förderung: Wärmepumpe im Neubau:

Im Neubau müssen Wärmepumpen eine verbesserte Systemeffizienz ODER eine höhere Jahresarbeitszahlen aufweisen.

  • Verbesserte Jahresarbeitszahl:
    • elektrische Wärmepumpen: 4,5
    • gasbetriebene Wärmepumpen: 1,5

Zudem nötig:

  • Einbau von Flächenheizung als Wärmeverteiler
  • Vertraglich nachzuweisender Qualitätscheck der Wärmepumpe nach einem Betriebsjahr

Technische Voraussetzung für Biomasseanlagen für die BEG Förderung

BEG-Förderung Biomasseanlagen im Gebäudebestand:

Folgende Voraussetzungen müssen für die BEG-Förderung erfüllt werden beim Einbau von Biomasseanlagen in bestehende Gebäude:

  • Nennwärmeleistung muss mindestens 5 kW betragen
  • Einhaltung der Emissionsgrenzwerte:
    • Feinstaub / Staubförmige Emissionen:
      • 15 mg/m³ bei Scheitholz-Anlagen
      • 20 mg/m³ bei allen anderen Anlagen
    • Kohlenmonoxid:
      • 200 mg/m³ bei Nennwärmeleistung, 250 mg/m³ bei Teillastbetrieb
    • Bestimmung für den Einsatz naturbelassener Biomasse der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (§ 3 Abs. 1 Nr. 4, 5, 5a, 8 oder 13 der 1 BImSchV):
      • Nr. 4: „naturbelassenes stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde, insbesondere in Form von Scheitholz und Hackschnitzeln, sowie Reisig und Zapfen“
      • Nr. 5: „naturbelassenes nicht stückiges Holz, insbesondere in Form von Sägemehl, Spänen und Schleifstaub, sowie Rinde“
        • Nr.5a: „Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts nach DIN 51731, Ausgabe Oktober 1996, oder in Form von Holzpellets nach den brennstofftechnischen Anforderungen des DINplus-Zertifizierungsprogramms „Holzpellets zur Verwendung in Kleinfeuerstätten nach DIN 51731-HP 5“, Ausgabe August 2007, sowie andere Holzbriketts oder Holzpellets aus naturbelassenem Holz mit gleichwertiger Qualität“
      • Nr. 8: „Stroh und ähnliche pflanzliche Stoffe, nicht als Lebensmittel bestimmtes Getreide wie Getreidekörner und Getreidebruchkörner, Getreideganzpflanzen, Getreideausputz, Getreidespelzen und Getreidehalmreste sowie Pellets aus den vorgenannten Brennstoffen“
      • Nr. 13: „sonstige nachwachsende Rohstoffe, soweit diese die Anforderungen nach Absatz 5 einhalten.“
  • Verwendeter Pufferspeicher:
    • Scheitholzvergaserkessel: Mindestens 55 Liter / kW
    • Hackschnitzelkessel: Mindestens 30 Liter / kW
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Feuertechnischer Wirkungsgrad der Kessel:
    • Pelletöfen mit Wassertasche: mindestens 90%
    • Alle anderen Heizkessel: mindestens 89 % 

BEG-Förderung Biomasseanlagen im Neubau:

Zusätzlich zu den Voraussetzungen für die Nutzung in bestehenden Gebäuden, müssen Biomasseanlagen im Neubau für die BEG-Förderung Brennwerttechnik und/oder sekundäre Partikelabscheidung nutzen:

  • Elektrostatischer Partikelabscheider
  • Filternder Abscheider
  • Abscheider als Abgaswäscher
  • Eingebauten oder nachträglich eingebauten Abgaswärmetauscher

Achtung: Nur von unabhängigen Einrichtungen nach technischen Normen auf Funktion und Wirksamkeit geprüfte Abscheider sind förderfähig! Fliehkraftabscheider wie Zyklone werden nicht gefördert!

Voraussetzung für Erneuerbare Energien Hybridheizungen (EE-Hybride) zur BEG-Förderung

Bei Hybridheizungen müssen für die BEG-Förderung jeweils die hier gelisteten technischen Voraussetzungen der verwendeten Heizungen erfüllt werden.

Technische Voraussetzung für Gas-Hybrid-Heizungen für die BEG Förderung

Die BEG-Förderung von Gas-Hybrid-Heizungen gibt es NUR für den Einbau IM Gebäudebestand. Dabei gelten für die Förderung folgende Bedingungen:

  • Die beteiligten Wärmeerzeuger müssen zentral über eine übergeordnete / gemeinsame Steuerung geregelt werden
  • Bei Nennlast muss die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ηs (ausgesprochen: „Eta S“) mindestens 92 % gewährleisten
  • Bei „Solarthermie als regenerativer Wärmeerzeuger“ muss die Anlage förderfähig im Sinne dieser Richtlinien sein
  • Wärmepumpen und Biomasseanlagen müssen durch ein akkreditiertes / zugelassenes Prüfinstitut getestet und zertifiziert sein
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Die regenerativen Wärmeerzeuger müssen mindestens 25 % der Gebäudeheizlast als thermische Leistung aufweisen. Zur Ermittlung der Heizlast wird das Verfahren EN 12831 empfohlen. Auch der Überschlag der Heizlast auf Basis von EN 12831 ist zulässig. Genauere Infos zur Berechnung der allgemeinen Heizlast, erhalten Sie im Blog „Die Berechnung der Heizlast Ihrer Heizung“. Die Berechnung der Heizlast der Wärmepumpe gibt’s im separaten Artikel "Heizlast und Stromverbrauch der Wärmepumpe". Bei der Berechnung werden zudem bestimmte Parameter vorausgesetzt:
    • Bei Solarthermie: Kollektorleistung 635 W/m² zur Ermittlung der 25 % Heizlast
    • Bei Wärmepumpen: Heizleistung bei einer Vorlauftemperatur von 35° sowie der jeweiligen Normaußentemperatur (steht i.d.R. in den Unterlagen des Herstellers)

Beim Einbau in den Gebäudebestand darf der angeschlossene erneuerbare Wärmeerzeuger bereits vorhanden sein. Falls nicht, muss er mit der Gas-Brennwertanlage eingebaut werden.

Technische Voraussetzung Gas-Brennwertheizungen (Renewable ready) für die BEG-Förderung

Auch Gas-Brennwertheizungen werden von der BEG nur IM Gebäudebestand gefördert, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Nutzung einer hybridfähigen Regelungstechnik und Steuerung
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Ein Speicher muss bei Wohngebäuden vorhanden sein
  • Mindestens 92 % jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz bei Nennlast (Herstellernachweis ausreichend)
  • Der Einbau des regenerativen Wärmeerzeugers muss spätestens 2 Jahre nach Einbau erfolgen! Die thermische Leistung des Wärmeerzeugers muss dabei mindestens 25 % der Heizlast des versorgten Gebäudes betragen.

Wer kann einen Antrag auf BEG-Förderung stellen?

In der BEG ist exakt festgelegt, wer für eine Förderung ansuchen darf. Ob Wohn- oder Nichtwohngebäude macht dabei keinen Unterschied. Antragsberechtigt sind:

  • Privatpersonen
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Freiberufler
  • Kommunale Gebietskörperschaften bzw. Gemeinde- und Zweckverbände, dazu rechtlich unselbständige Eigenbetriebe kommunaler Gebietskörperschaften, wenn diese der Daseinsvorsorge dienen
  • Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts (z. B. Verbände, Kammern, …)
  • Gemeinnützige Organisationen (Kirchen inklusive)
  • Unternehmen, Einzelunternehmen, kommunale Unternehmen
  • Juristische Personen des Privatrechts (Wohnbaugenossenschaften inklusive)

Nur für Eigentümer?
Antragsberechtigt sind übrigens nicht nur Eigentümer von Grundstücken, Grundstücksteilen, Gebäuden oder Gebäudeteilen. Auch Pächter und Mieter haben diese Möglichkeit, ebenso wie Kontraktoren.

Welche Hersteller und Modelle von Heizkessel / Biomasseanlagen werden konkret durch das BEG gefördert?

Für einen schnellen Überblick, welcher Biomasseanlage bzw. Heizkessel eine Förderung bekommt, hat das BAFA konkrete Listen veröffentlicht. Darin sind Modelle von Biomasse-Heizkesseln, Wärmepumpen und Solarthermie gelistet, sortiert nach Hersteller und mit Schadstoffwerten. Die Listen mit förderfähigen Anlagen gibt's auf der Seite des BAFA. Klicken Sie einfach auf den passenden Link unter der Auswahl, um direkt zum Dokument mit der enthaltenen Liste zu gelangen.

Übersicht der BEG-förderfähigen Biomasseanlagen bzw. Heizkessel)

Bei den Biomasseanlagen wird zwischen dem Einbau im Gebäudebestand und im Neubau unterschieden. In diesen Kategorien findet jeweils noch die Aufteilung zwischen automatisch „beschickten“ Biomasseanlagen (beschickt = befüllt) und händisch beschickten Biomasseanlagen statt - also zwischen Holzvergasern und Festbrennstoffkesseln sowie zwischen Pelletkesseln und Hackschnitzelkesseln.

Förderfähige Biomasseanlagen IM Gebäudebestand:

Förderfähige automatisch beschickte Biomasseanlagen im Gebäudebestand, wie Pelletheizungen und Hackschnitzelheizung

Förderfähige handbeschickte Biomasseanlagen im Gebäudebestand wie Scheitholzvergaserkessel, Holzvergaser und Festbrennstoffkessel
Förderfähige Biomasseanlagen für den Innovationsbonus, also mit Staubminderung & Brennwertnutzung (= Partikelabscheider & Abgaswärmetauscher)

Förderfähige Biomasseanlagen IM Neubau

Förderfähige Biomasseanlagen für den Innovationsbonus (im Neubau)

Übersicht der BEG-förderfähigen Solarthermie und Wärmepumpen

Bei den Erneuerbaren Energie-Heizungsformen Solarthermie und Wärmepumpen gibt es keine Unterscheidung zwischen dem Einbau in ein neues Gebäude oder einen vorhandenen Gebäudebestand.
Förderfähige Wärmepumpen im Gebäudebestand UND Neubau 
Förderfähige Kollektoren und Solaranlagen (Solarthermie) im Gebäudebestand UND Neubau

Wo kann ich Heizungen mit BEG-Förderung des BAFA kaufen?

Fast alle Heizungen und in eine BEG-gefördertes Heizungssytem eingebundene Komponenten, Bauteile und Zubehör können Sie im gut sortierten Fachhandel und Onlineshop finden und erwerben. Beim Bestellen im Internet bedenken Sie, dass Komponenten der gelieferten Heizung sperrig sein können und Platz benötigen. Sie helfen Ihrem Zulieferer oder den Heizungsinstallateuren, wenn Transportwege und benötigte Anschlüsse freigeräumt sind!

Heizungen für die BEG-Förderung bei Klimaworld kaufen

Damit die Suche für die von Ihnen gewünschten Teile schnell und einfach läuft, haben wir Ihnen bereits viele passende Produkte bereits für die jeweiligen Heizungstypen zusammengestellt. Wenn der passende Kessel oder das richtige Bauteil für Sie in der Auswahl fehlen, lohnt eine Suche im Shop oder Sie kontaktieren uns gerne unter info@klimaworld.com oder 036 01 - 40 89 22 300.

Hier kaufen: Pelletheizungen mit BEG-Förderung 

Und aufgeteilt nach Ausführungen der Heizkessel und Kombinationen:

Hier kaufen: Pelletkessel-Sets mit BEG-Förderung 

Hier kaufen: Pelletkessel mit Holzvergaser als Set mit BEG-Förderung 

Hier kaufen: Pelletkessel mit Holzvergaser & Solarthermie mit BEG-Förderung 

Beispiele für den Heizungstausch mit BAFA-Förderung

Aufgrund der unterschiedlichen Förderhöhe der verschiedenen Heizungen, kann die benötigte finanzielle Eigenleistung stark schwanken:

Beispiel 1 
Austausch Ölheizung gegen eine Pelletheizung: Förderung 45% 
Produktpreis + geförderte Leistungen wie Deinstallation, Einbau, Inbetriebnahme) x 0,45

Pelletkessel: 4.000 Euro
Deinstallation alter Kessel: 300 Euro
Verrohrung & Material: 500 Euro
Einbau neuer Kessel: 2.000 Euro

Gesamtkosten: 6800 Euro

Fördersumme: 3.060 Euro
Eigenanteil: 3.740 Euro

Beispiel 2
Austausch alter Biomassekessel gegen Pelletkessel: Förderung 35 % 
Produktpreis + geförderte Leistungen wie Deinstallation, Einbau, Inbetriebnahme) x 0,35


Pelletkessel: 4.000 Euro 
Schornsteinsanierung (nötige Querschnittverkleinerung) : 1.000 Euro
Deinstallation alter Kessel: 300 Euro 
Verrohrung & Material: 500 Euro 
Einbau neuer Kessel: 2.000 Euro 

Gesamtkosten: 7.800 Euro

Fördersumme: 2.730 Euro
Eigenanteil: 5.070 Euro

Dadurch verringert sich ihr Eigenanteil immens!

Muss bei der Antragstellung ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden?

Auch wenn kontinuierlich daran gearbeitet wird, Gesetzestexte und Förderungen zu vereinfachen, bleibt die Materie für Außenstehende bis zu einem gewissen Grad undurchsichtig. Es daher ratsam, sich bei der Antragstellung professionelle Hilfe in Form eines Energieeffizienz-Experten (EEE) zu holen. In zwei Teilbereichen der BEG ist das sogar zwingend vorgeschrieben. Und zwar bei:

  • Anlagentechnik (außer Heizung)
    • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Rund um die Heizung ist somit keine EEE-Beratung vorgeschrieben, wir empfehlen aber dennoch dringend, diese in Anspruch zu nehmen.

So finden Sie Ihren Energieeffizienz-Experten!
Der Bund erleichtert die Suche nach einem Energieeffizienz-Experten mit einer eigens erstellten Liste. Darauf finden sich Experten für die Kategorien „Wohngebäude“, „Nicht-Wohngebäude“ und „Effizienzhaus Denkmal sowie Baudenkmale und andere besonders erhaltenswerte Bausubstanz“. Aus dieser Liste können Sie sich Ihren passenden EEE ganz einfach aussuchen.

Wie läuft der BAFA-Antrag?

Gleich vorweg: Das Team von Klimaworld.com geht Ihnen beim Antrag zur Hand und hilft beim Ausfüllen! Die dafür benötigte Vollmacht erteilen Sie mit dem offiziellen Dokument des BAFA: BAFA-Vollmacht herunterladen

Etwaige Planungsleistungen selbst können vor der Antragstellung erbracht werden. Entscheidend beim Zeitpunkt der Antragstellung ist das Datum, wann der Antrag beim BAFA eingereicht wurde. Damit bleiben zwei Möglichkeiten:

a) Die Maßnahmen werden direkt nach Eingang des Förderantrages vorerst in finanzieller Eigenleistung umgesetzt
b) Die Entscheidung über den Antrag und die Fördermaßnahmen wird abgewartet

Ablauf des BAFA-Antrags:

  1. Der Antrag wird durch die BAFA geprüft. 
  2. Erhält die Anlage eine Förderung, wird ein Zuwendungsbescheid erteilt. Darin sind der Zeitraum und die Höhe der Förderung festgelegt. Zusätzlich enthält der Bescheid eine ID-Kennung – die benötigen Sie beim Hochladen/ für die Übermittlung der Verwendungsnachweiserklärung. 
  3. Ist der Zuwendungsbescheid erteilt, läuft der Bewilligungszeitraum für neun Monate und endet danach.

Wichtig: Die Heizungsanlage muss innerhalb des festgelegten Bewilligungszeitraums betriebsbereit sein und arbeiten!

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bafa.de