Kältemittel: Was ist das?

Immer wieder liest man bei Klimaanlagen von sogenanntem Kältemittel, doch was hat es damit eigentlich auf sich? Die DIN EN 378-1 Abs. 3.7.1. definiert dieses Mittel einfach zusammengefasst als „Flüssigkeit, die in Klimaanlagen zur Wärmeübertragung eingesetzt wird“. Diese hat die Eigenschaft, bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme aufzunehmen (Kühlung), bei hoher Temperatur und hohem Druck, Wärme abzugeben (Heizen).

Warum werden Kältemittel verdichtet?

Die Eigenschaften der Kältemittel führen dazu, dass sich der Zustand der Flüssigkeit entsprechend der Bedingungen vor Ort ändert(Aggregatszustand). Um das Kältemittel in einem Klimakreisla uf wieder in den für eine Funktion notwendigen flüssigen Zustand zu bringen, wird ein Verdichter eingesetzt. Dieser saugt das durch die Funktion der Klimaanlage gasförmig gewordene Kältemittel an und erhöht den Druck darauf. Anschließend wird es im Kondensator wieder in einen flüssigen Zustand gebracht. So wird gewährleistet, dass die Klimaanlage durchgehend funktioniert und das Kältemittel nicht jedes Mal ausgetauscht werden muss. Detaillierte Informationen dazu finden Sie im Blogeintrag zu Typen und Funktionen von Klimaanlagen.

Ist Kältemittel schädlich für Mensch und Umwelt?

Bei den Produkten von Klimaworld.com kommen fast ausschließlich die Kältemittel R125, R32 sowie das Kältemittelgemisch R410A zum Einsatz. Bei sachgemäßem Umgang stellt das Kältemittel keine Gefahr dar, da es weder aus der Leitung austritt, noch dass es Berührungspunkte gibt. Bei einem Austritt verdampft das Kältemittel jedoch und wirkt sich entsprechend seiner Zusammensetzung auf die Umwelt aus. Bei fachgemäßen Umgang mit den Mitteln lassen sich die Nebenwirkungen für den Menschen aber vermeiden (Fachpersonal, Lüften bei Wartungsarbeiten). Dennoch verdampfen die Kühlmittel und belasten die Umwelt damit. Um eine Kenngröße mit Aussagekraft für die Belastung zu haben, werden die Kältemittel zusammen mit zwei relevanten Werten angegeben: OPD und GWP.

Was ist ODP?

Beim Ozone Depletion Potential (Ozonabbaupotenzial) wird angegeben, wie schädlich die Auswirkungen auf die Ozonschicht durch einen chemischen Stoff sind. Als Vergleichswert dient in diesem Fall die das Kältemittel R11 (Trichlorfluamethan).

Was ist GWP?

Das Global Warming Potential (Treibhauspotenzial) ist die relative Angabe (Maßzahl) zum obigen OPD. Es vergleicht die Auswirkungen des Kältemittels auf die Erderwärmung im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid. Der Wert beschreibt dabei das Verhältnis in den ersten 100 Jahren nach dem Austritt: Ein Kältemittel mit einem Wert von 675 würde also in den 100 Jahren 675 Mal so viel zur Erderwärmung beitragen, wie CO2.


Gerade deshalb ist es unablässig, den Anschluss von einem zertifizierten Experten durchführen zu lassen - auch nach einer Selbstmontage einer Split-Klimaanlage. Das ist sogar in der EU rechtlich festgelegt:
„Gemäß EU-Verordnung 517/2014 dürfen Split-Anlagen zur Wahrung des Garantieanspruches nur von einem zertifizierten Fachbetrieb installiert und in Betrieb genommen werden“

Welche Kältemittel gibt es?

Über die Jahre wurde die Kältemittel konsequent weiterentwickelt, um sie hinsichtlich Leistung, Nachhaltigkeit, Preis und zu verbessern. In der Vergangenheit wurden bereits auf dem Markt gebräuchliche Kältemittel durch neuere, weiterentwickelte Varianten mit teils anderer Zusammensetzung ersetzt. Zudem wurden verschiedenen Kältemittel in Kältemittelgemischen vereint. Damit werden die Eigenschaften der dabei verwendeten Kühlmittel in das Gemisch eingebracht. Für Kunden von Klimaworld.com spielen momentan zwei Kältemittel und ein Kältemittelgemisch eine Rolle:


Kältemittel R125

Das nicht brennbare Gas Pentafluorethan weist eine größere Dichte als Luft auf, und sammelt sich daher am Boden. Es hat keinerlei Ozonabbaupotential auf, besitzt aber ein Treibhauspotential von 3500! R125 wird als wasserstoffhaltiger Fluorkohlenwasserstoff bezeichnet, und seine Emissionen müssen laut Kyoto-Protokoll verringert werden. Daher wird R125 in mittelfristiger Zukunft bei neuen Klimageräten weniger zum Einsatz kommen.

Kältemittel R32

R32 ist die Kurzbezeichnung für Difluormethan und wahrscheinlich das künftig verstärkt eingesetzte Kältemittel! Es hat im Vergleich zum Kältemittelgemisch R410A eine bessere Kühlleistung (etwa 20% mehr) und 2/3 weniger Treibhauspotenzial (GWP). Aufgrund seiner größeren volumetrischen Kälteleistung (mehr Kälte bei weniger Volumen) können in den Klimageräten auch Leitungen mit einem geringeren Querschnitt verbaut werden. R32 weist ebenfalls keinen Ozonabbaupotenzial auf, besitzt aber im Vergleich zu R410A mit 675 ein wesentlich geringeres Treibhauspotenzial.

Kältemittelgemisch R410A

Beim Kältemittel R410A handelt es sich um ein sogenanntes Kältemittelgemisch, welches sich zu jeweils 50% aus den Kältemitteln r32 und r125 zusammensetzt. Aufgrund einer hohen volumetrischen Kälteleistung (erzeugte Kühlung im Verhältnis zum Querschnitt der Leitung) führt die Verwendung des Mittels zur kleinen Klimageräten: Die Verdichter müssen nicht mehr so groß sein, wie bei früher verwendeten Kühlmitteln! Das Gemisch hat keinerlei Ozonabbaupotenzial, jedoch einen GWP (Treibhauspotenzial) von 2088.

Wo werden Kältemittel eingesetzt?

Kältemittel oder Kühlmittel werden ihrem Namen entsprechend primär bei der Kühlung eingesetzt.Aufgrund der physikalischen Beschaffenheit kann die Flüssigkeit aber auch Warme abgeben und eine Klimaanlage damit also auch heizen - trotzdem liegt das Hauptaugenmerk in Zusammenhang mit Klimaanlagen auf dem Kühlen der Raumtemperatur. Und Kühlung ist in einigen Bereichen, wie etwa der Wissenschaft und der Lebensmittelindustrie, oder bei bestimmten klimatischen Bedingungen (Sommer, Klimazone) unablässig. Doch sind moderne Kühlmittel mit einem hohen Wirkungsgrad und immer geringeren GWP- und ODP-Werten ausgestattet als noch früher. Sie sind stetig in der Weiterentwicklung, um ein besseres Verhältnis von Kühlleistung zu den Risikofaktoren für die Umwelt zu schaffen. Und: Moderne Kältemittel sorgen bei fachgerechtem Umgang für ein besseres Verhältnis von eingesetzter Energie zur Kühlleistung – etwa durch simple Ventilation oder Lüftungsanlagen.

Kältemittelpumpe von Rothenberger