Übersicht BAFA-Förderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien: Fördergelder, Fristen & Anträge

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt Sie finanziell beim Austausch Ihrer Heizung gegen ein System mit erneuerbaren Energien  oder der Modernisierung mit Elementen zur Brennwertnutzung. So erhalten Sie etwa umfangreiche Förderung beim Umstieg von einer Ölheizung auf eine Pelletheizung oder der Modernisierung Ihres alten  Heizkessels. Auch Heizungen mit Festbrennstoffkessel bzw, Holzvergaser werden gefördert. Wir haben für Sie die Bedingungen für die Förderung durch das BAFA, die Förderhöhe und Änderungen zusammengefasst. Zudem hilft Ihnen das Team von Klimaworld.com bei Fragen oder beim Ausfüllen des BAFA-Antrags. Kontaktieren Sie uns gerne unter info@klimaworld.com oder 036 01 - 40 89 22 300.

Zusammenfassung BAFA-Förderung

  • Gefördert wird der Umstieg auf erneuerbare Energien, z.B.: Pelletheizungen, Wärmepumpen, Biomasseanlagen, Kombikessel, EE-Hybridheizungen oder Solarsysteme
  • Seit dem 1. Januar 2020 fördert das BAFA den Umstieg mit einer anteiligen Fördersumme und nicht mehr mit einem Festbetrag. In den geförderten Betrag zählen auch Leistungen wie die Entsorgung der Altheizung, nötige Schornsteinsanierungen oder Wanddurchbrüche.
  • Die Förderung muss seit 2018 bereits vor Beginn der Maßnahmen beim BAFA beantragt werden. Zu den Maßnahmen zählen auch die Vergabe des Auftrages oder ein Vertragsabschluss mit dem Installateur.

Welche Heizung bekommt die BAFA Förderung?

Das BAFA fördert den Umstieg von veralteten Heizsystemen, die Umwelt und Ihren Geldbeutel belasten. Die geförderten Heizungen wurden im Laufe der vergangenen Jahre erweitert. Bei der Förderung wird auch zwischen der Modernisierung der Heizung in bestehenden Gebäuden und dem Einbau in einem Neubau unterschieden. Sie können Unterstützung bei den folgenden Heizsystemen beantragen:

Biomasseanlagen: Pelletheizungen und Hackschnitzelheizungen

    • Im Gebäudebestand: z.B.:
      • Pelletöfen mit Wassertasche
      • emissionsarme Scheitholzkessel mit Leistungs- und Feuerungsreglung UND Pufferspeicher mit mindestens 55 l/kW Speichervolumen.
      • Kombikessel
      • zusätzliche Bauteile, die eine Brennwertnutzung ermöglichen.

        Achtung: Pelletöfen als Warmluftgeräte oder nicht in die Wärmezirkulation eingebundene Öfen werden nicht gefördert!

    • Im Neubau:
      • Anlagen mit Brennwertnutzung
      • sekundäre Bauteile zur Steigerung des Wärmeertrags durch Abgaskondensation
      • Feuerungsanlagen mit Bauteilen zur Abscheidung von Abgasartikeln

        Achtung: Pelletöfen als Warmluftgeräte oder Öfen, die nicht in die Wärmezirkulation eingebundene sind, werden nicht gefördert!

Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung (bivalent) und für Wärmenetze

    • Im Gebäudebestand:
      • Ein Wärmemengenzähler muss vorhanden sein
      • Einbau eines Stromzählers (bei elektrischen Wärmepumpen)
      • Jahresarbeitszahl von 3,8 (Sole-Wasser-Wärmepumpe & Wasser-Wasser-Wärmepumpe) oder 3,5 (Luft-Wasser-Wärmepumpen)
      • Einbau eines Gaszählers (bei gasbetriebenen Wärmepumpen)
      • Jahresheizzahl von mindestens 1,25 (gasbetriebene Wärmepumpen)
    • Im Neubau:
      • Wärmepumpen mit Jahresarbeitszahlen von 4,5 (elektrische Wärmepumpen) und 1,5 (gasbetriebene Wärmepumpen)

        Achtung: Luft-Luft-Wärmepumpen werden nicht gefördert!

Solarkollektoranlagen mit dem Zertifikat "Solar Keymak" für Warmwasser und Raumheizung

    • Im Gebäudebestand: Mit Kollektorertrag von mindestens 525 kWh/m² ab 30m² Flachkollektoren mindestens einen Wärmemengenzähler im Kollektorenkreislauf. Als Wärmespeicher müssen 40 Liter/m² bei Flachkollektoren und 50 Liter/m² bei Vakkuumröhrenkollektoren vorhanden sein (Speichermedium Wasser).
    • Im Neubau: Wie im Gebäudebestand, mindestens 20 m² Fläche und gelieferter Wärme für mindestens drei Wohneinheiten oder einem solaren Deckungsgrad von mindestens 50%.

EE-Hybridheizungen: Kombination einer Biomasse-, Wärmepumpen- und/oder Solarkollektoranlage

So auch die Kombination aus Gasheizung und Solarkollektoren für die Trinkwassererwärmung oder zur Unterstützung der Heizung. Voraussetzung dafür:

    • Die sogenannte "jahresbedingte Raumheizeffizienz" des Gasbrennwertgeräts muss mindestens 92% betragen
    • Die verschiedenen Wärmeerzeuger im Hybridsystem müssen eine gemeinsame Steuerung haben. Nur so ist ein effizienter Heizbetrieb zu gewährleisten!

Gasbrennwertheizungen, die für eine Einbindung von erneuerbaren Energien vorbereitet sind.


Die Einbindung der erneuerbaren Energien muss spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme erfolgen. 

Wie hoch ist der BAFA-Zuschuss für meine Heizung?

Seit 1. Januar 2020 fördert das BAFA den Austausch Ihrer alten Heizungsanlage nicht mehr mit einem Festbetrag, sondern mit einem anteiligem Betrag. Der ist abhängig vom bisherigen Heizungstyp  und dem neuen System sowie zusätzlichen notwendigen Leistungen bei der Umrüstung. So werden die einzelnen Heizungsarten unterschiedlich hoch bezuschusst. Grob gesagt: Umso größer der Unterschied der Umweltbelastung der alten Heizung zur neuen Heizung ist, desto höher ist der prozentuale Anteil der förderfähigen Kosten:

  • Biomasseanlagen, Wärmepumpen: 35 % Förderung der förderfähigen Kosten durch das BAFA
  • Gas-Hybridheizungen, Solarkolletkoren: 30% Förderung der förderfähigen Kosten durch das BAFA
  • Gasbrennwertheizungen: 20 % Förderung nach Einbindung erneuerbarer Energien möglich

Generell wird der Austausch von Ölheizungen gegen eine Biomassenanlage zusätzlich mit weiteren 10%-Förderung belohnt. Ein Umstieg von einer alten Ölheizung auf eine Heizung mit Biomasse bringt also einen stabilen Zuschuss von 45% für die förderfähigen Kosten. Die förderfähigen Kosten sind nicht nur der Kaufpreis oder Transport Ihrer neuen Heizung, auch Dienstleistungen und Arbeiten, die im Zusammenhang stehen, zählen zu bezuschussten Kosten.

Die förderfähigen Kosten sind:

  • Anschaffungskosten für die neue Heizung
  • Kosten für die Installation, Einstellung und Inbetriebnahme der neuen Heizung
    folgende notwendige Maßnahmen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung:
  • Ausbau und Entsorgung der Altanlage inkl. ggf. Tanks
  • Optimierung des Heizungsverteilsystems (Anschaffung und Installation von Flächenheizkörpern, Verrohrung, Hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve etc.)
  • Wanddurchbrüche
  • Erdbohrungen für Sonden zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
  • Schornsteinsanierung
  • Kauf und Installation von Speichern bzw. Pufferspeichern
  • Ausgaben für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen
  • Kosten für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Heizung

©Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Welche Hersteller und Modelle von Heizkessel / Biomasseanlagen  werden konkret gefördert?

Für einen schnellen Überblick, welcher Biomasseanlage bzw. Heizkessel eine Förderung bekommt, hat das BAFA konkrete Listen veröffentlicht. Darin sind konkrete Modelle von Biomasse-Heizkesseln, Wärmepumpen und Solarthermie gelistet, sortiert nach Hersteller und mit Schadstoffwerten. Dabei unterscheidet dabei zwischen förderfähigen Biomasseanlagen, die in bestehende Gebäude installiert werden und solche, die im Neubau integriert werden. Bei einer Modernisierung im Gebäudebestand wird dabei auch zwischen handbestückten Heizkesseln und automatisch bestückten Heizkesseln unterschieden - also zwischen Holzvergasern und Festbrennstoffkesseln und zwischen Pelletkesseln und Hackschnitzelkesseln. Zudem gibt es eine eigene Liste für die Förderung von Heizungsanlagen mit:

  • Partikelabscheider (Staubminderung)
  • Abgaswärmetauscher (Brennwertnutzung)
  • Heizkessel mit serienmäßiger Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung

Bei Solarthermie und Wärmepumpen gibt es jeweils eine Liste, die sowohl die Modernisierung im Gebäudebestand abdeckt als auch den Kauf für den Neubau. 

Offizielle Listen des BAFA zu förderfähigen Heizungen (Biomasseanlagen bzw. Heizkessel)

Die Listen mit förderfähigen Anlagen gibt's auf der Seite des BAFA. Klicken Sie einfach auf den passenden Link unter der Auswahl, um direkt zum Dokument mit der enthaltenen Liste zu gelangen.

Förderfähige Biomasseanlagen IM Gebäudebestand:

Förderfähige Biomasseanlagen IM Neubau

Förderfähige Solarthermie im Gebäudebestand UND Neubau

Förderfähige Wärmepumpen im Gebäudebestand UND Neubau

Beispiele für den Heizungstausch mit BAFA-Förderung

Aufgrund der unterschiedlichen Förderhöhe der verschiedenen Heizungen, kann die benötigte finanzielle Eigenleistung stark schwanken:

Beispiel 1 
Austausch Ölheizung gegen eine Pelletheizung: Förderung 45% 
Produktpreis + geförderte Leistungen wie Deinstallation, Einbau, Inbetriebnahme) x 0,45

Pelletkessel: 4.000 Euro
Deinstallation alter Kessel: 300 Euro
Verrohrung & Material: 500 Euro
Einbau neuer Kessel: 2.000 Euro

Gesamtkosten: 6800 Euro

Fördersumme: 2.380 Euro
Eigenanteil: 4.420 Euro

Beispiel 2
Austausch alter Biomassekessel gegen Pelletkessel: Förderung 35 % 
Produktpreis + geförderte Leistungen wie Deinstallation, Einbau, Inbetriebnahme) x 0,35


Pelletkessel: 4.000 Euro 
Schornsteinsanierung (nötige Querschnittverkleinerung) : 1.000 Euro
Deinstallation alter Kessel: 300 Euro
Verrohrung & Material: 500 Euro
Einbau neuer Kessel: 2.000 Euro

Gesamtkosten: 7.800 Euro

Fördersumme: 3.510 Euro
Eigenanteil:4.290 Euro

Dadurch verringert sich ihr Eigenanteil immens!

Wie läuft der BAFA-Antrag?

Gleich vorweg: Das Team von Klimaworld.com geht Ihnen beim Antrag zur Hand und hilft beim Ausfüllen! Die dafür benötigte Vollmacht erteilen Sie mit dem offiziellen Dokument des BAFA: BAFA-Vollmacht herunterladen

Etwaige Planungsleistungen selbst können vor der Antragstellung erbracht werden. Entscheidend beim Zeitpunkt der Antragstellung ist das Datum, wann der Antrag beim BAFA eingereicht wurde. Damit bleiben zwei Möglichkeiten:

a) Die Maßnahmen werden direkt nach Eingang des Förderantrages vorerst in finanzieller Eigenleistung umgesetzt
b) Die Entscheidung über den Antrag und die Fördermaßnahmen wird abgewartet

Ablauf des BAFA-Antrags:

  1. Der Antrag wird durch die BAFA geprüft. 
  2. Erhält die Anlage eine Förderung, wird ein Zuwendungsbescheid erteilt. Darin sind der Zeitraum und die Höhe der Förderung festgelegt. Zusätzlich enthält der Bescheid eine ID-Kennung – die benötigen Sie beim Hochladen/ für die Übermittlung der Verwendungsnachweiserklärung. 
  3. Ist der Zuwendungsbescheid erteilt, läuft der Bewilligungszeitraum für neun Monate und endet danach.

Wichtig: Die Heizungsanlage muss innerhalb des festgelegten Bewilligungszeitraums betriebsbereit sein und arbeiten!

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bafa.de