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Funktion einer Solarzelle
Welche Arten von Solarzellen gibt es?
- Halbleitermaterial
- Kristallstruktur
- Schichtdicke bzw. dem Zellaufbau
- eingesetzter Zelltechnologie.

Kristalline Solarzellen (Dickschichtzellen)
Monokristallin vs. Polykristallin

p-Typ vs. n-Typ

Amorphe und Dünnschicht-Solarzellen
Alternative Formen von Solarzellen
- Stapelzelle/Tandemzelle: Statt nur einer einzelnen Schicht nutzen Stapelzellen mehrere übereinanderliegende Halbleiterschichten, um unterschiedliche Wellenlängen des Sonnenlichts effizient umzuwandeln. So lassen sich deutlich höhere Wirkungsgrade erzielen als bei herkömmlichen Zellen. Bei Tandemzellen – einer speziellen Form mit zwei Schichten – wird häufig eine Siliziumzelle mit einer Perowskit-Zelle kombiniert. Diese Technologie erreicht bereits über 30 % Wirkungsgrad im Labor. Solche Zellen gelten als besonders vielversprechend für die Zukunft, sind aktuell aber noch relativ teuer oder nicht vollständig serienreif.
- Organische Solarzelle (OPV): Organische Solarzellen bestehen aus leitfähigen Kunststoffen statt aus klassischen Halbleitermaterialien. Der photoelektrische Effekt wird hier von organischen Farbstoffmolekülen oder Polymeren übernommen. Organische PV-Zellen können als dünne Folien gefertigt werden und sind flexibel, leicht und semitransparent. Im Labor wurden bereits Wirkungsgrade um 16 % erreicht, jedoch liegen die Werte in der Massenanwendung noch deutlich darunter. Zudem altern organische Zellen schneller, da Polymere durch UV-Wirkung abgebaut werden. Für Nischenanwendungen sind sie interessant, im klassischen Dachbereich bisher jedoch kaum verbreitet.
- Perowskit-Solarzelle: Perowskit-Zellen nutzen eine neuartige Materialklasse mit spezieller Kristallstruktur, die sich besonders gut für die Umwandlung von Sonnenlicht eignet. Sie lassen sich einfach und kostengünstig als dünne Schicht herstellen und erreichen hohe Wirkungsgrade – sowohl allein als auch in Kombination mit Silizium. Der größte Nachteil besteht bislang in der geringen Stabilität, da Feuchtigkeit und UV-Strahlung die Materialien angreifen. Die Forschung arbeitet intensiv an langlebigeren Varianten. In Kombination mit Silizium könnten Perowskit-Zellen in den nächsten Jahren zum neuen Standard werden.
- Konzentratorzelle: Bei Konzentrator-Solarzellen wird Sonnenlicht durch Linsen oder Spiegel auf eine kleine, hocheffiziente Zelle gebündelt. Durch die Lichtkonzentration kann eine viel höhere Lichtintensität auf die Zelle einwirken, was ihren Stromoutput vervielfacht. Diese Technik eignet sich jedoch nur bei direkter Sonneneinstrahlung und erfordert eine Nachführung zur Sonne, was sie technisch aufwendig und teuer macht. Eingesetzt wird sie vor allem in Forschungsprojekten oder speziellen Anwendungen wie der Raumfahrt.
- Farbstoffsolarzelle (Grätzel-Zelle): Farbstoffsolarzellen wurden von 1991 von Professor Michael Grätzel entwickelt. Sie wandeln Licht mithilfe spezieller organischer Farbstoffe in Strom um – ähnlich wie Pflanzen bei der Photosynthese. Sie lassen sich kostengünstig und optisch ansprechend herstellen, etwa als farbige oder halbtransparente Fensterflächen und funktionieren auch bei diffusem Licht. Der Wirkungsgrad ist mit unter 10 % allerdings deutlich geringer als bei anderen Zelltypen und die Lebensdauer begrenzt. Heute kommen sie vor allem in Pilotprojekten zum Einsatz und gelten als kreative Lösung für architektonisch integrierte Solartechnik.
Unterscheidung nach der verwendeten Technologie
| Ein wichtiger Begriff, den man in diesem Zusammenhang kennen sollte, ist die Passivierung. Passivierung bedeutet bei Solarzellen, dass bestimmte Oberflächenbereiche der Zelle durch eine Passivierungsschicht „beruhigt“ oder „geschützt“ werden, damit dort keine Energie verloren geht. Warum ist das nötig? An den Oberflächen von Halbleitermaterialien – besonders an der Rückseite oder an Übergängen zwischen verschiedenen Schichten – gibt es kleine Defekte oder „Störstellen“. Diese können elektrische Ladungsträger, die eigentlich Strom erzeugen sollen, abfangen, bevor sie genutzt werden können. Diese sogenannte Rekombination senkt den Wirkungsgrad der Zelle. Durch eine Passivierungsschicht, meist eine sehr dünne Schicht aus Oxid oder Siliziumnitrid, werden diese Störstellen abgeschirmt oder neutralisiert. Dadurch gehen weniger Ladungsträger verloren und die Solarzelle kann mehr Lichtenergie in Strom umwandeln. |
- TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact): TOPcon ist eine moderne Hochleistungs-Siliziumzelle auf n-Typ-Basis, entwickelt vom Fraunhofer ISE im Jahr 2013. Diese Zellen verfügen über eine ultradünne Siliziumoxid-Schicht auf der Zellrückseite, durch die Ladungsträger nur quantenmechanisch durchtunneln können. Diese Oxidschicht passiviert die Rückseite und verhindert effektiv die Rekombination von Ladungsträgern, die sonst an der Oberfläche verloren gingen. Dadurch wird der Wirkungsgrad nahezu ans Limit des Siliziums getrieben, über 26 % wurden bereits erreicht. TOPCon-Zellen haben die PERC-Technologie in kurzer Zeit als neuen Industriestandard abgelöst.
- PERC (Passivated Emitter and Rear Cell): Die PERC-Technologie war in den 2010er Jahren weit verbreitet und ist nach wie vor häufig im Einsatz. Durch eine zusätzliche Passivierung auf der Rückseite wird Licht zurück in die Zelle reflektiert und die Rekombination vermindert. So kann mehr Licht in Strom umgewandelt werden. Monokristalline PERC-Zellen erreichen Wirkungsgrade von rund 22 bis 23 Prozent. Inzwischen wird die Technologie jedoch zunehmend von effizienteren Zellkonzepten abgelöst.
- HJT (Heterojunction Technology): Bei Heterojunction handelt es sich um ein Hybridkonzept, bei dem zwei unterschiedliche Halbleitermaterialien kombiniert werden – daher der Name Hetero-Übergang. HJT-Zellen kombinieren einen Silizium-Wafer mit dünnen Schichten aus amorphem Silizium. Dazwischen liegt eine Dünnschicht zur Passivierung. Das Ergebnis ist eine besonders effiziente und temperaturstabile Solarzelle. Diese Technik erreicht hohe Wirkungsgrade bis zu 27% und zeigt kaum Leistungseinbußen bei Hitze. Allerdings ist die Herstellung komplexer und kostenintensiver, was sich auch in einem höheren Verkaufspreis niederschlägt.
- Al-BSF (Aluminium Back Surface Field): Al-BSF-Zellen sind die frühere Standardtechnologie. Auf der gesamten Rückseite findet sich eine Aluminium-Metallisierung, die beim Einbringen ins Silizium den namensgebenden rückseitigen elektrischen Feld-Effekt (Back Surface Field) erzeugt. Im Vergleich zu modernen Technologien sind Wirkungsgrade unter 20% jedoch deutlich niedriger. Diese Zellen werden heute kaum noch produziert, finden sich aber noch in vielen älteren Solaranlagen.
- PERT / PERL: PERT (Passivated Emitter and Rear Totally diffused) und PERL (Passivated Emitter and Rear Locally diffused)-Zellen stammen aus der Forschung und gelten als wichtige Vorläufer moderner Hochleistungszellen. Sie basieren auf Silizium und verwenden besonders optimierte Rückseitenstrukturen, die in ihrer Entwicklungszeit in den 1990er Jahren zu sehr hohen Labor-Wirkungsgraden führen. In der Serienfertigung spielen sie keine Rolle, haben aber technologische Entwicklungen wie PERC oder TOPCon beeinflusst.
- IBC (Interdigitated Back Contact): Ein Zellkonzept, bei dem alle Metallkontakte auf der Rückseite der Solarzelle liegen und dort als ineinander verzahnte Fingerstrukturen angeordnet sind. Dadurch entfällt jegliche Verschattung auf der Vorderseite und mehr Licht kann absorbiert werden. Außerdem sorgt das Design für ein besonders homogenes, dunkles Erscheinungsbild. IBC gehört zu den anspruchsvollsten Zelltechnologien, da die Herstellung der feinen rückseitigen Kontaktstruktur aufwändig ist.
- Rückkontakt-Solarzellen: Dieser Begriff umfasst generell alle Solarzellen, bei denen beide Elektroden auf der Rückseite angebracht sind (IBC-Zellen sind also ein Spezialfall davon). Durch den Verzicht auf Frontkontakte vermeiden Rückkontaktzellen jegliche Abschattung und ermöglichen neue Verschaltungsansätze, bei denen Zellen dichter gepackt werden können. Der technologische Trend geht in diese Richtung: Es gibt bereits Kombinationen aus Rückkontakt und anderen Techniken – z.B. TBC (Topcon Back Contact) oder HBC (HJT Back Contact) – die in Tests Wirkungsgrade von fast 28 % erreichten. Rückkontakt-Zellen sind voraussichtlich ein wichtiger nächster Entwicklungsschritt in der PV-Branche, da sie das Effizienzpotenzial weiter ausschöpfen können.
Solarzellen Glossar
| Begriff | Kurz-Erklärung |
| Monokristalline Solarzelle | Solarzelle aus einem einzigen Siliziumkristall. Hoher Wirkungsgrad und Materialreinheit, aber etwas teurer in der Herstellung. Erkennbar an homogener, dunkel einheitlicher Zellfläche. |
| Polykristalline Solarzelle | Solarzelle aus vergossenen Siliziumblöcken mit vielen Kristallen. Etwas geringerer Wirkungsgrad als monokristallin, dafür kostengünstiger. Oberfläche schimmert oft bläulich mit sichtbaren Kristallstrukturen. |
| Dünnschicht-Solarzelle | Solarzelle mit sehr dünner Halbleiterschicht (statt dickem Wafer). Beispiele: amorphes Silizium, CIGS, CdTe. Günstige Herstellung und flexible Anwendungen, aber niedrigerer Wirkungsgrad (muss durch größere Fläche kompensiert werden). |
| Amorphe Solarzelle | Dünnschicht-Solarzelle aus amorphem (nicht kristallinem) Silizium. Sehr dünne aktive Schicht, günstig und biegsam, aber Wirkungsgrad deutlich geringer als bei kristallinen Zellen. Oft in Kleingeräten eingesetzt. |
| p-Typ-Solarzelle | Solarzelle mit positiv dotierter Grundschicht (p-leitend, z.B. Bor-dotiert). Lange Zeit der Standardtyp; etwas anfällig für lichtinduzierte Degradation (Leistungsabfall durch Borsauerstoff-Effekt). |
| n-Typ-Solarzelle | Solarzelle mit negativ dotierter Grundschicht (n-leitend, z.B. Phosphor-dotiert). Höherer Wirkungsgrad und stabilerer Betrieb (keine Bor-Degradation). Setzt sich in modernen Hochleistungszellen zunehmend durch. |
| Stapelzelle / Mehrfachzelle | Solarzelle mit mehreren übereinandergestapelten Teilzellen (zwei = Tandem, drei = Triple etc.). Jede Schicht wandelt einen anderen Spektralbereich des Lichts um, was zu höherem Gesamtwirkungsgrad führt. |
| Tandem-Solarzelle | Spezialfall der Stapelzelle mit zwei Schichten. Aktuell oft Kombination Silizium + Perowskit. Tandemzellen können ~30 % Wirkungsgrad erreichen – weit mehr als einzelne Si-Zellen – sind aber komplexer im Aufbau. |
| Organische Solarzelle | Solarzelle aus organischen Halbleitermaterialien (z.B. speziellen Polymeren). Dünn, leicht und flexibel (Folien), kann sogar teils durchsichtig sein. Noch niedrigerer Wirkungsgrad und kürzere Haltbarkeit als Siliziumzellen, aber günstig und vielseitig einsetzbar (z.B. in Kleidung, tragbaren Geräten). |
| Perowskit-Solarzelle | Solarzelle auf Basis von Perowskitkristallen, einem neuartigen Halbleitermaterial. Verspricht hohe Wirkungsgrade und preiswerte Herstellung im Druckverfahren. Noch in Entwicklung – Problem: begrenzte Langzeitstabilität. Oft im Tandem mit Silizium verwendet, um Effizienzen >25 % zu erzielen. |
| Konzentrator-Solarzelle | Solarzelle, auf die mittels Linsen/Spiegel Sonnenlicht gebündelt wird. Liefert durch das konzentrierte Licht deutlich mehr Strom aus kleiner Zellfläche. Braucht Nachführsystem (muss der Sonne folgen) und teure Technik – lohnt sich nur in Spezialfällen (z.B. Solarparks, Forschung, Weltraum). |
| Farbstoffsolarzelle (Grätzel) | Alternative Solarzelle mit organischen Farbstoff als Lichtabsorber (nach Prof. Grätzel benannt). Imitiert Photosynthese-Prinzip. Geringer Wirkungsgrad, aber kann in ansprechenden Farben auf Glas oder Folie aufgebracht werden (z.B. als Solar-Design-Element in Fenstern). |
| Al-BSF-Zelle |
Aluminium Back Surface Field-Solarzelle. Traditioneller Siliziumzellentyp mit vollflächiger Aluminium-Rückseite als elektrischem Kontakt. Einfach und günstig, aber in Wirkungsgrad begrenzt (älterer Standard, inzwischen weitgehend von PERC abgelöst).
PERC-Solarzelle Passivated Emitter and Rear Cell. Verbesserte Siliziumzelle mit passivierter Rückseite (dünne Isolierschicht über dem Al-Kontakt), die mehr Licht im Zellinneren hält und Rekombination verringert. Ergebnis: ca. 1–2 % höherer Wirkungsgrad gegenüber Standardzelle. War in den 2010ern marktführend.
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| PERT-Solarzelle |
Passivated Emitter, Rear Totally diffused. Variante der PERC-Zelle: Rückseitenfeld ist vollständig (flächig) dotiert und passiviert, um Rekombinationsverluste weiter zu reduzieren. Wurde v.a. in Laborzellen mit sehr hohem Wirkungsgrad umgesetzt.
PERL-Solarzelle Passivated Emitter, Rear Locally diffused. Weitere PERC-Variante: Rückseite nur punktuell (unter den Kontakten) dotiert, dazwischen Passivierung. Gehört zu den effizientesten Zellarchitekturen in der Forschung (Wirkungsgrade nahe am Silizium-Maximum), aber teuer in Herstellung.
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| HJT-Zelle (HIT-Zelle) |
Heterojunction-Solarzelle. Kombination aus kristallinem Siliziumwafer und amorphen Siliziumschichten. Sehr hoher Wirkungsgrad durch effektive Passivierung und beidseitige Lichtnutzung.
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| TOPCon-Zelle |
Tunnel Oxide Passivated Contact-Zelle. N-Typ-Si-Zelle mit ultradünner Oxidschicht + polykristalliner Siliziumschicht auf der Rückseite zur Passivierung. Reduziert Verluste an der Rückseite drastisch (Ladungsträger „tunneln“ durch Oxid zum Kontakt). Stand 2025 der neue Standard bei hocheffizienten Silizium-Zellen.
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| IBC-Solarzelle |
Interdigitated Back Contact-Zelle. Spezialform der Rückkontaktzelle mit abwechselnd fingerförmig ineinander greifenden Plus- und Minus-Kontakten auf der Rückseite. Keine Metallkontakte auf der Vorderseite bedeutet kein Schatten, optisch homogen. Ermöglicht höchste Wirkungsgrade bis 25%.
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| Rückkontakt-Solarzelle |
Allgemein jede Solarzelle, bei der beide Anschlüsse hinten liegen. Vorteil: Vorderseite bleibt komplett aktiv für Lichtabsorption. Rückkontakt-Technik wird mit anderen Konzepten kombiniert, um Effizienzrekorde zu erzielen (z.B. TOPCon-Rückkontakt). Fertigung ist anspruchsvoll, setzt aber neuen Trend für kommende Solarzellengenerationen.
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