Klimawandel: Energie- und Klimaziele der EU

Bei Fahrzeugen, in der Landwirtschaft und selbst im eigenen Haus beim Kältemittel der Klimaanlage oder dem Kamin – überall werden heutzutage „Stoffe in die Luft geblasen“, die fatale Folgen für die Umwelt mit sich bringen. Um den zunehmend spürbaren Klimawandel und die negativen Folgen für die Natur aufzuhalten, hat die Europäische Union im Laufe der letzten 20 Jahre Energieziele im Klimaschutzabkommen definiert (Klimarahmenkonvention).

Kyoto-Protokoll: Treibhausgase reduzieren, Klimawandel stoppen

Als Hauptverursacher für die Gefährdung des globalen Klimas wurden schon lange die sogenannten Treibhausgase erkannt – die sorgen bei überhöhtem Ausstoß für eine schleichende Erwärmung der Durchschnittstemperatur auf der Erde und somit für weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen. Im Jahr 2002 haben sich die damals 15 Mitgliedsstaaten der Europäische Union im historischen Kyoto-Protokoll auf eine Reduzierung des Ausstoßes der sechs wichtigsten Treibhausgase geeinigt. Diese sind:

  • - Methan (CH4)
  • - Kohlendioxid (CO2) 
  • - Distickstoffoxid (N2O)
  • - Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW)
  • - Schwefelhexafluorid (SF6)
  • - Fluorkohlenwasserstoff (FKW)

Die Emission dieser Gase sollte in den Jahren 2008 bis 2012 um 8 Prozent verringert werden, im Vergleich zum Jahr 1990, das als Maßstab festgelegt wurde.

Energieziele bis 2020

Das Kyoto-Protokoll beinhaltete nach der ersten Periode von 2008 bis 2012 einen zweiten Abschnitt: Darin verpflichteten sich die inzwischen 28 Mitgliedstaaten zu einer Verringerung des Ausstoßes um 20 Prozent in den Jahren 2013 bis 2020. Zudem wurde ein weiteres zu reduzierendes Treibhausgas festgelegt:

  • - Stickstofftrifluorid (NF3)

Klima- und Energiepaket: Erneuerbare Energien an Bord

Im Jahr 2014 setze der Europäische Rat zudem den Rahmen für eine Klima- und Energiepolitik bis in Jahr 2030. So soll gewährleistet werden, dass bis 2050 die Emission der gefährlichen Treibhausgase der Europäischen Union um 80 Prozent bis 95 Prozent verringert werden:

  • - Erhöhung des Gesamtanteils erneuerbarer Energien auf 27 %
  • - Minderung der Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent als Zwischenschritt
  • - Steigerung der Energieeffizienz um 27 Prozent im Vergleich zu einer normalen Entwicklung, ohne Optimierung der Effizienz

Sind die Klimaschutzziele zu schaffen?

Bereits die erste Verminderung um acht Prozent in den Jahren 2008 bis 2012 wurde unter gemeinsamen nationalen und internationalen Anstrengungen in der EU erfolgreich umgesetzt. Laut der Europäischen Umweltagentur (EEA) werden auch die kommenden Ziele für den zweiten Abschnitt bis 2020 schaffbar sein, wenn die aktuellen Anstrengungen weiter aufrecht gehalten werden. Laut Prognosen der EEA wird das Eis für den dritten Abschnitt bis zum Jahr 2050 jedoch im wahrsten Sinne des Wortes dünn: Bereits das Ziel, die Emissionen bis 2030 um 40 Prozent zu verringern, könnte mit einer Minderung von 30 Prozent verfehlt werden (siehe Grafik). Dennoch ist die Verringerung von 30 Prozent auch ein Schritt in die richtige Richtung. An der generellen Reduzierung der in die Luft geblasenen Treibhausgase führt nach aktuellem Stand der Wissenschaft kein Weg vorbei. 

Anteil erneuerbarer Energien steigt

Die Einhaltung des Anteils erneuerbarer Energien von 27 Prozent sieht die Umweltagentur übrigens als durchaus realistisch an und setzt mit ihrer Prognose sogar noch einen drauf: Durch die Anpassung des Stromnetzes an einen höheren Anteil erneuerbarer Energien sowie einer grenzüberschreitenden Nutzung, kann dieser Anteil um mehr als die angestrebten 27 Prozent erhöht werden. 

Weitere und umfangreiche Infos zum Klimawandel liefert das Umweltbundesamt  auf seiner Seite. Dort finden Sie auch Fakten, Statistiken und Informationen zu weiteren umweltrelevanten Themen.